Karma

Das Wort Karma löst bei jedem andere Assoziationen aus. Für die einen ist es ein Modewort, die anderen ist es in positiv besetztes Wort und wieder anderen werden die Schultern ganz schwer, wenn sie es hören.

Karma sind einfach übersetzt Lebens- und Lernaufgaben, denen wir uns stellen dürfen. Dabei ist es offen und wird nach spirituellem Glauben unterschiedlich betrachtet, ob die Lernaufgaben in diesem Leben entstehen und gelöst werden oder ob sie über mehrere Leben betrachtet werden sollten. Einigkeit herrscht jedoch darüber, dass wir immer die Inkarnation bekommen, in denen es uns möglich ist, alle anstehenden Aufgaben zu bewältigen. Niemand bekommt ein Karma, das er nicht lösen könnte – egal wie schwierig es auch scheinen mag.

In Schriften des Hinduismus taucht die Idee von etwas wie Karma bereits im 6. Jh. v. Chr. auf. Folglich ist Karma keine Erfindung der neuzeitlichen Spiritualität. Vielmehr geht es darum, dass jedes Individuum Pflichten wie etwa Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Geduld, Selbstkontrolle, Mildtätigkeit oder Gastfreundschaft hat und diesen nachkommen möge. Geschieht das nicht, werden wir vor Herausforderungen des Lebens gestellt, die uns dies lehren sollen.

Astrologisch betrachtet befasst sich die Karmaastrologie intensiv damit, mit welchen Lernaufgaben wir das Licht der Welt erblicken. Im Horoskop erhalten Astrologen Hinweise darauf, wann bestimmte Themen aktiviert und bearbeitet werden. Sie treffen Aussagen darüber, welchen Herausforderungen wir uns über die gesamte Lebensspanne stellen und welche nur für ein bestimmtes Zeitfenster in unserem Leben eine Rolle spielen werden.

In verschiedenen Glaubensrichtungen gibt es die Vorstellung, dass wir zur Bewältigung bestimmter Lebensthemen Menschen begegnen, die mit uns gemeinsam die Aufgabe lösen wollen. Die Beziehungen zu diesen Menschen sind besonders intensiv und meist langjährig. Es schwebt das Gefühl in der Luft, voneinander einfach nicht loszukommen. Ist die Aufgabe jedoch gelöst, fühlen wir uns befreit und können von dem anderen Menschen ablassen.
Die Schwierigkeit besteht oftmals darin, z.B. eine Liebesbeziehung von einer karmischen Verstrickung zu unterscheiden. Die Intensität der Bindung lässt uns oftmals glauben, dass es ein Happy End geben wird – dies muss jedoch nicht immer so sein.

In den meisten Überzeugungen kann Karma durch Verhalten, was z.B. rücksichtslos oder egoistisch war, aufgebaut werden. Aus diesem Grund achten immer mehr Menschen bewusster darauf, ihre Mitmenschen nicht unachtsam zu verletzen. Die Überzeugung, dass Karma über mehrere Inkarnation aktiv sein könnte, fordert auf, sich seinen Lebensaufgaben bestmöglich zu stellen und weitere Fehltritte zu vermeiden.

Erst wenn wir all unser Karma aufgelöst und genug gelernt haben, sollen wir einigen Glaubensrichtungen folgend erleuchtet werden.